FAQ's (Häufig gestellte Fragen):

Warum machst Du das?

Ich bin gegen weitverbreitete kommerzielle Werbung, welche jeden Aspekt unserer Existenz erdrückt. Und ich ziehe eine Linie um den Raum, in welchen ich es unangebracht finde, kommerzielle Werbung zu platzieren. In diesem Falle ist das mein Blog.

Als passionierter Blogger habe ich in den letzten sechs Jahren zahllose finanzielle Angebote von Unternehmen bekommen, damit ich Werbung auf meiner Seite schalte und Produkte in meinem Blog befürwortend "erwähne". Mit dem Wissen, dass solche Angebote immer wieder kommen werden, wurde es notwendig, mich von Blogs, die Werbung enthalten, abzugrenzen und meine Leser darüber zu informieren, dass sie sich sicher sein können: Meine Befürwortung für irgendwas (sei es nun ein Produkt, ein Buch, ein Kunstwerk oder eine Idee) kommt direkt von mir und ist nicht beeinflusst von einer anderen Quelle, Firma oder Gesellschaft.

Anfangs machte ich das Symbol nur für mich. Aber als ich es auf meiner Seite veröffentlichte, bekam ich viele Anfragen anderer Blogger, ob sie das Symbol auch benutzen dürften. Daher wurde diese Seite geschaffen.

Warum kümmerst du dich darum? Kannst du Werbung nicht einfach ignorieren? Ich habe kommerzielle Werbung auf meinem Blog, aber sie beeinflusst nicht, was ich schreibe.

Viele Blogger meinen, sie lassen die Werbung nicht den redaktionellen Inhalt beeinflussen. ich stelle diese Behauptung in Frage. Kannst du dafür garantieren? Und wenn du weißt, dass andere Leute Geld bekommen, damit diejenigen ein Produkt auf ihren Seiten "erwähnen", beginnst du dich nicht zu fragen, ob jemand etwas unvoreingenommen empfiehlt?
Wir leben in einer Kultur, in welcher kommerzielle Werbung direkt beeinflusst und in manchen Fällen die gesamte Kultur kontrolliert und erschafft. Die Aufrichtigkeit des Schreibens wird angezweifelt, wenn wirtschaftliche Interessen die Rechnungen bezahlen. Das haben Zeitschriften, Filme und das Fernsehen immer wieder gezeigt. Je mehr kommerzielle Werbung in den Blogs auftaucht, desto weniger werden wir an die Aufrichtigkeit des ganzen Mediums glauben.

Ein Nebenprodukt dabei ist, dass das Blogmedium ( neben vielen/den meisten anderen anderen Medienformen unserer Kultur; Magazine, Nachrichten, Filme, usw...) von großen Unternehmen "beeinflusst/kontrolliert" wird. Wenn du nicht weißt, warum das ein Problem darstellt, lege ich dir den Film "The Corporation" (unten verlinkt) ans Herz, welcher kurz und bündig erklärt, warum die meisten großen Unternehmen keinerlei Verantwortungsbewusstsein haben und unterm Strich nur das Wohlergehen der Öffentlichkeit und die Gesundheit des Planeten auf der Strecke bleiben.

Jene, welche die "kommerzielle Werbung beeinflusst mich nicht"-Mentalität haben, würde ich gerne auf ein paar Quellen hinweisen, die einprägend erklären, warum ein tägliches Übermaß an kommerzieller Werbung genauso problematisch ist wie Themen, die durch Unternehmen erschaffen werden, und der Einfluss der Unternehmen auf Massenmedien.

Artikel zum Thema (auf Englisch):

A 'Death Spiral of Disrespect'

the corporatized child

hand to brand combat

Selling Advertising

Film zum Thema:

The Corporation mit deutschen Untertiteln:

Teil 1
Teil 2

Pressestimmen und Interview mit dem Regisseur

Seiten zum Thema (auf Englisch):

commercial free childhood

Media ownership chart

Wenn ich auf diese Seite verlinke, ist das nicht auch Werbung für dich als Künstler? Nimmst du nicht eigentlich auch "Geld durch Werbung", weil du für ein Unternehmen arbeitest?

Durch das Verlinken meiner eigenen Seite mit dieser hier, nehme ich Besitz von meinen eigenen Worten und bin als individuelle Person dafür verantwortlich (alles andere würde aussehen, als ob ich mich bedeckt halte). Dies ist kein Versuch, meine eigenen Werke als Künstler zu "bewerben". Offen gesagt gibt es dafür mehrere viel effektivere Möglichkeiten. Wenn überhaupt, dann hat diese Seite vielmehr das Potential, mir als kommerzieller Künstler zu schaden.

Ein Zitat eines Lesers:

"Zu glauben, dass Unternehmen ihre Präsenz in der Öffentlichkeit beschränken müssen, schließt nicht aus, für diese Unternehmen zu arbeiten.

Du ziehst eine Linie um den Raum, in welchem du es unangebracht findest, kommerzielle Werbung zu platzieren. Und du bist nicht gewillt, diese Linie für Geld zu bewegen. Du bist aber gleichzeitig auch glücklich damit, für Unternehmen zu arbeiten und zwar innerhalb dessen, was du als Grenzen bezeichnest. Ich sehe hier keinen Widerspruch. Ich sehe das als ein Thema von Angemessenheit und Zurückhaltung, zwei Begriffe, die in der amerikanischen Öffentlichkeit vollkommen fehlen - oder sollte ich sagen in der kapitalistischen Öffentlichkeit? Was ist die passende Rolle des Kommerzes innerhalb einer Kultur? Welche Einschränkungen der Mächtigen sind nötig, damit eine Gesellschaft funktionieren kann? Ich sehe dein Infragestellen von kommerzieller Werbung auf Blogs innerhalb dieses Gedankenkonstrukts."

Ich sehe einen gewaltigen Unterschied zwischen jemandem, der ein Kunstwerk bewirbt, welches er geschaffen hat (oder ein Buch, welches er geschrieben hat) und jemandem, der bezahlt wird, weil er Werbeflächen verkauft. Ebenso denke ich nicht, dass für ein Magazin oder eine Zeitung arbeiten "Geld für Werbung nehmen" bedeutet. Das hat etwas mit dem direkten Austausch von Leistungen zu tun. Ich erschaffe ein Kunstwerk (welches einen Wert hat), biete einem Kunden eine Leistung an und erhalte Geld (einen Wert) dafür. Meine Gründe dafür sind weitestgehend philosophischer Natur und vielleicht ein völlig anderes Thema.

Was ist, wenn ich den größten Teil des durch Werbung eingenommenen Geldes für einen sozialen Zweck spende und damit das Negative in etwas Positives verwandele?

Im erstem Moment scheint das eine realisierbare Option zu sein, aber ich habe damit immer noch meine Probleme. Das hat etwas damit zu tun, was für eine Art von Energie ich in die Welt stecken will und dass ich mich dafür entscheide, für alles verantwortlich zu sein. Ich möchte nichts zu der zügellosen Konsumgesellschaft beisteuern, in der wir uns sowieso schon befinden. Durch die Unterstützung solcher Unternehmen in irgendeiner Weise, gebe ich Ihnen die Macht über die Welt, in der ich lebe und sage ihnen quasi: "Ich glaube an das, was ihr tut."

Was wäre, wenn ich mir die Unternehmen, an die ich glaube, heraussuche, damit sie auf meiner Seite werben können?

Ja, das ist eine Möglichkeit. Ich unterstütze gerne Menschen, deren Arbeit ich schätze. Ich persönlich habe dennoch mein Problem damit, Geld dafür zu bekommen, das hat für mich wieder etwas mit Glaubwürdigkeit zu tun. Ich möchte, dass meine Leser mir vertrauen, dass ich nicht nur aus einem persönlichen Vorteil heraus oder für eine finanzielle Gegenleistung handele. Diese Entscheidung ist eine sehr persönliche. Kommerzielle Werbung ist ein Weg, um Geld zu verdienen, lasst uns darüber im Klaren sein. Der beste Weg eine Firma zu unterstützen, ist über sie zu schreiben.

Warum konzentrierst du dich auf das Negative, gibt es nichts anderes, was man dagegen tun könnte?

Ich glaube, dass kommerzielle Werbung in unserer Kultur angemessen und zurückhaltend sein sollte (wie vorher schon erwähnt). Und ich denke, es ist wichtig für uns, den Nutzen und die Wirkung immer wieder aufs Neue in Frage zu stellen. Ich sehe mein Hinterfragen als nichts Negatives, im Gegenteil, es befähigt mich und (durch das Teilen meiner Reise) möglicherweise auch andere, in einer bewussten Art und Weise zu leben und weise Entscheidungen zu treffen. Der Dialog ist wichtig.

Hier sind ein paar Organisationen und Künstler, welche Ausschau halten, hinterfragen und prüfen und dessen Arbeit dazu dient, den negativen Effekten einer Konsumgesellschaft entgegenzuwirken (alle auf Englisch):

anti advertising agency

adbusters

free-soil

stay free magazine

commercial alert

advertising educational foundation

media education foundation

indy media

"Wenn wir, als Gesellschaft unsere Stimme vollständig verlieren und Unternehmen das Reden übernehmen, werden wir völlig verloren sein. Bis zu einem bestimmten Grad ist dies schon geschehen. Unsere Fähigkeit, sich gemeinsam eine Zukunft auszumalen ist schon sehr gefährdet." - Kalle Lasn

 

 

german translation by Fabian Neidhardt

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